Eine Werkzeugmaschine automatisch zu be- und entladen, ist heute keine ungewöhnliche Aufgabe mehr. Schwieriger wird es, wenn Automation nicht an einer Maschine enden soll: Werkstücke müssen zur nächsten Bearbeitungsstation, ein Robotersystem soll mehrere Maschinen bedienen, oder bestehende Anlagen sollen nachträglich und flexibel miteinander verbunden werden.
Automatisierte Maschinen allein ergeben noch keine automatisierte Fertigung. Mobile Robotik kann Transport, Handling und Maschinenbedienung flexibel miteinander verbinden – und Automation genau dort verfügbar machen, wo sie im Produktionsprozess gerade gebraucht wird. Auf der AMB 2026 in Stuttgart (15.–19. September, Halle 6, Stand C55) zeigt BEC Lösungen für diese Aufgaben: vom einfachen Werkstücktransport bis zur mobilen Handhabung von schweren Bauteilen mit einer Robotertraglast von bis zu 300 Kilogramm.
Was soll eigentlich mobil werden?
Die Antwort ist selten dieselbe. Je nach Fertigung geht es darum,
- Werkstücke zwischen Bearbeitungsstationen zu transportieren,
- Maschinen automatisch zu be- und entladen,
- Material an der richtigen Stelle bereitzustellen,
- mehrere Maschinen mit einem Robotersystem zu bedienen,
- Teile zwischen Prozessschritten zu handhaben,
- zu palettieren,
- ein Pufferlager anzubinden,
- bestehende Maschinen nachträglich zu automatisieren, oder
- leichte bis sehr schwere Werkstücke zu handhaben.
Nicht jede dieser Aufgaben braucht dieselbe Technik – und hier lohnt sich eine saubere Unterscheidung: Bei reinem Werkstücktransport bewegt sich vor allem die Ladung. Eine autonome mobile Plattform bringt ein Bauteil oder einen Ladungsträger von einer Station zur nächsten, ohne selbst zu greifen. Soll das System dagegen zusätzlich greifen, eine Maschine be- oder entladen oder Paletten handhaben, kommt ein mobiler Manipulator zum Einsatz – hier kommt tatsächlich der Roboter zur Maschine. Für die Fertigung heißt das: Nicht jede Aufgabe braucht einen Roboterarm auf der Plattform. Aber viele Aufgaben lassen sich erst durch mobile Manipulation überhaupt automatisieren.
Die Anwendung bestimmt das System
Aus dieser Unterscheidung ergibt sich eine nachvollziehbare Abstufung mobiler Automation:
- Intralogistik - Eine autonome mobile Plattform bewegt Werkstücke oder Ladungsträger zwischen Bearbeitungsstationen, ohne selbst zu manipulieren.
- Transport mit Manipulation - Die mobile Plattform trägt zusätzlich einen Roboterarm, der eigenständig greift, Maschinen be- und entlädt oder Paletten handhabt.
- Industrielle Schwerlastmanipulation. Werden Bauteile, Werkzeuge oder Ladungsträger deutlich schwerer, braucht es Robotertechnik, die eigentlich für den stationären industriellen Einsatz konzipiert ist – mobil verfügbar gemacht.
Diese Abstufung
entscheidet, welches System zu einer Anwendung passt – nicht umgekehrt.
Von leichter Manipulation bis 300 kg Robotertraglast
Konkret heißt das:
- Werkstücktransport zwischen Bearbeitungsstationen: mobile Plattformen wie die KUKA KMP 1500 P, die BEC gemeinsam mit KUKA auf der AMB 2026 zeigt (mehr dazu weiter unten).
- Mobile Manipulation im leichten bis mittleren Bereich: KMR iisy/iiwa und KMR Cybertech übernehmen Be- und Entladen, Palettierung und Materialbereitstellung mit einer Robotertraglast bis rund 35 Kilogramm – kompakt genug für beengte Platzverhältnisse, mit induktivem Laden während des Betriebs für den durchgehenden Einsatz.
- Mobile Robotik für hohe Traglasten: Mit der MRP-Plattform lassen sich Industrieroboter mit bis zu 300 Kilogramm Traglast flexibel an unterschiedlichen Maschinen einsetzen.
Wenn industrielle Schwerlastrobotik mobil wird
Je höher die Robotertraglast, desto anspruchsvoller wird es, einen Arm zuverlässig und präzise auf einer mobilen Plattform zu betreiben. Ein schwerer Roboterarm bringt mehr Masse und mehr Trägheit mit – das erschwert es, nach jeder Fahrt exakt und wiederholbar zu positionieren, was klassischerweise über eine kamerabasierte Neukalibrierung gelöst wird und mit steigendem Armgewicht fehleranfälliger werden kann.
Mit der MRP-Plattform verfolgt BEC deshalb einen anderen Ansatz: Roboterarm und Fahrzeug sind bewusst entkoppelt. Statt sich bei jedem Halt neu über Kamerabilder zu kalibrieren, dockt die Plattform an feste, mechanische Dockingstationen an – die Positionierung wird dadurch unabhängig von Armgewicht und Traglast wiederholbar genau. Damit lassen sich Industrieroboter wie der KUKA Iontec (Robotertraglast bis 70 kg) und der KUKA Quantec (Robotertraglast bis 300 kg) – beide eigentlich für den stationären Einsatz konzipiert – mobil einsetzen, mit einer Arbeitsreichweite von rund 3.100 Millimetern.
Wichtig für die Praxis: Eine Robotertraglast von 300 Kilogramm bedeutet nicht automatisch, dass auch ein 300-Kilogramm-Werkstück gehandhabt werden kann – Greifer, Adapter und weitere Anbauteile gehen von der nutzbaren Traglast ab und müssen bei der Auslegung mit eingeplant werden.
Damit lassen sich Aufgaben mobil automatisieren, die bislang stationärer Robotik vorbehalten waren: mehrere Maschinen mit einem Robotersystem bedienen, schwere Ladungsträger palettieren, ein Pufferlager anbinden oder bestehende Maschinen nachträglich automatisieren, ohne die Fertigung komplett umzubauen.
BEC + KUKA: Mobile Automation auf der AMB 2026
Möglich wird dieses Spektrum – von der leichten Manipulation bis zur mobilen Schwerlastrobotik – durch die langjährige Zusammenarbeit mit KUKA: BEC ist seit 22 Jahren KUKA-Systemintegrator. Die Rollen sind dabei klar verteilt: KUKA liefert leistungsfähige industrielle Roboter- und Mobiltechnologien. BEC entwickelt und integriert daraus anwendungsspezifische mobile Automatisierungslösungen – von der Auswahl des passenden Systems bis zur Integration in den jeweiligen Fertigungsprozess.
Diese Zusammenarbeit lässt sich auf der AMB 2026 unmittelbar erleben: BEC zeigt am eigenen Stand (Halle 6, C55) das gesamte Spektrum mobiler Manipulation, von leichter Handhabung bis zur 300-Kilogramm-Klasse. Direkt daneben, am KUKA-Stand (Halle 6, C51), demonstriert BEC gemeinsam mit KUKA zusätzlich die andere Grundform mobiler Automation: den reinen Werkstücktransport zwischen Bearbeitungsstationen mit der KMP 1500 P. Wer beide Stände besucht, sieht an einem Ort, wie unterschiedlich mobile Automation aussehen kann – vom Transport bis zur Schwerlastmanipulation.
Wo der wirtschaftliche Hebel liegt
Der wirtschaftliche Nutzen mobiler Robotik hängt stark von der jeweiligen Anwendung ab. In der Praxis wiederholen sich einige Hebel:
- Ein mobiles System kann mehrere Maschinen oder Stationen bedienen, statt für jede Maschine einen eigenen Roboter vorzuhalten.
- Bestehende Maschinen lassen sich unter Umständen nachrüsten, ohne die komplette Fertigungslinie neu zu planen.
- Je nach Anwendung kann fest installierte Fördertechnik reduziert oder vermieden werden.
- Repetitive manuelle Handlingprozesse – gerade bei schweren oder sperrigen Bauteilen – lassen sich automatisieren.
- Wenn Be- und Entladung nicht mehr auf Personalverfügbarkeit warten muss, steigt tendenziell die nutzbare Maschinenlaufzeit.
- Mobile Systeme lassen sich bei veränderten Produktionsanforderungen flexibler anpassen als fest installierte Automation.
Wie stark sich diese Hebel im Einzelfall auswirken, hängt von der konkreten Fertigungssituation ab – ein Gespräch über den eigenen Anwendungsfall lohnt sich.
Welche Aufgabe würden Sie mobil automatisieren?
Welche Maschine oder welcher Prozess in Ihrer Fertigung ist heute noch auf manuelles Handling angewiesen? Welche Aufgabe würden Sie gerne mobil automatisieren? Bringen Sie Ihren Use Case mit zur AMB 2026 und besprechen Sie ihn mit BEC:
BEC - Halle 6, StandC55
Das gesamte Spektrum mobiler Manipulation von BEC Robotics, von leichter Handhabung bis zur Schwerlastklasse
KUKA - Halle 6, Stand C51
Automatisierter Werkstücktransport per KUKA KMP 1500 P
Wir vereinbaren gerne vorab einen Gesprächstermin, damit für Ihre konkrete Anwendung genug Zeit bleibt.